Eine besondere Herausforderung

Die Ereignisse überschlugen sich: Lange angekündigt war die Großdemonstration gegen die Rodung des Hambacher Forstes am Samstag, dem 6. Oktober, da kam der Schock am Donnerstag über das Demonstrationsverbot der Polizei Aachen und am Freitag der völlig unerwartete Entscheid des Oberlandesgerichts Münster über einen vorläufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst.

Für unser Organisationsteam bedeuteten diese 24 Stunden vor dem geplanten Start zur Großdemo eine „Achterbahnfahrt“, waren doch auf Grund des enormen Andrangs von Mitreisenden drei große Busse angemietet worden. Aus ganz Rheinhessen, aus Mainz, Flörsheim, Taunusstein und von der Nahe hatten sich Menschen auf unser Mitfahrangebot gemeldet. Die bange Frage lautete: Wie viele Absagen würde es geben? Abgesehen von einigen wenigen aber blieben 140 Angemeldete bei ihrem Entschluss, mit UrStrom zu demonstrieren. 

Aufbruch zum Ziel

Um 8 Uhr am Samstag starteten unsere Busse von Mainz über Wackernheim und Bingen und erreichten staufrei den Treffpunkt in Buir. Perfekt hatten die Veranstalter vor Ort die Organisation der Anreisenden vorbereitet. Hintereinander gereiht standen bereits unzählige Busse vor unseren, und so dauerte der Fußmarsch vom Parkplatz bis zur Kundgebungsfläche fast eine Stunde. 

Doch einzutauchen in den Strom von Tausenden, die auf dem gleichen Weg waren, schaffte ein atemberaubendes Gemeinschaftsgefühl, ein „Gänsehaut-Feeling“ der besonderen Art. Dazu die Gewissheit, das Recht auf unserer Seite zu haben, gegen die klimaschädliche Kohle und für den Naturschutz ein nicht zu übersehendes Zeichen zu geben, versetzte uns alle in Festivalstimmung. Die Sonne tat ihr Übriges.

Erfolg auf der ganzen Linie

Höchste Anerkennung von allen Mitgefahrenen erfuhr unser Reiseleiterteam für die Gesamtorganisation der Fahrt, insbesondere für die flexible Rückreise der drei UrStrom-Busse im Stundentakt ab 16.30 Uhr. Den Überschuss aus den Buskosten sowie die Spenden der Mitreisenden und der UrStrom eG in Höhe von 500 € werden wir, wie auf der Fahrt angekündigt, an die Veranstalter der Demonstration überweisen: www.stop-kohle.de/spenden

Was bleibt von diesem Tag? „Diese Aufbruchstimmung und der spürbare Wille der Menschen, für die Energiewende einzutreten“, resümiert Vorstandsmitglied Klaus Grieger. „Unsere Demonstration am Hambacher Forst ist erst der Startpunkt für weitere Schritte hin zu erneuerbaren Energien. Unser friedlicher Protest war eine lautstarke Aktion gegen eine Politik, die den Mehrheitswillen ignoriert.“ 

(c) Fotos: Frederik Born, Gerhard Breuel, Klaus Grieger